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国学象数学学题系列
学题文图证论
自然数是三个三角形数之和
商高老先生曰,
數之法出於圓方,圓出於方,方出於矩,矩出於九九八十一。
我就是π
004
我是π
,自由的π ,
如何理解微积分
首先必須澄清極限概念(無窮小的概念更困難)以及連續函數的基本性質,而這些又都建立在實數系
R
上面。
因此,我們要問:什麼是實數系?
笛卡兒與費瑪利用座標系的辦法,直觀地將「實數系
R」與「連續的直線」,等同起來,因而創立解析幾何。但是,這樣對於實數系我們還是沒有真正的了解。
原因之一,我们缺乏理解自然数“生辰八字”的谱系图:
象数图!!!
有了这个图,就异常的直观,简单的处理现代数系里复杂的概念和表达式。
座標系在象数图中就是十字梁木!我把她称谓中坐标。正方的四边构成正四坐标
纬方的四边构成四纬坐标。
还有一个自由坐标,简单的称谓是:足不出户,因为这是一个整体性观念的动态的点坐标,是一个自然坐标,可规定为2π,π,四分之一π,二分之一π。。。
等于一,等于方。。。
注意,根据自然系里的阴阳法则,用中之,方为法则,才能表达零坐标叠压和藏一自然法则。正确的运用这个自然法则,才能完全彻底地表达商高定理的核心和奥秘。
比較建構性的辦法是,由
1 出發,不斷加 1,就得到自然數系:
N =
{1,2,3,...}
再不斷減
1,就得到整數系:
Z =
{..., -2, -1, 0, 1, 2, ...}
接著考慮整數的相除(除數不為
0),得到有理數系:
考察商高原始数学和毕达哥拉斯學派「萬有皆整數」的觀點,有理數系(整數及其比值),就足以應付一切幾何的度量問題。通易经的朋友会为这句话欢呼。換言之,將
Q
的元素表現為直線坐標系已經填滿整條直線而沒有漏洞,叫做有理數線。後來毕达哥拉斯學派發現了無理點(無理數),在中国原始数学中 ,由方圆引入了度的概念。而点的概念,一直隐藏起来,本人以 π
之名,将不间断的推出来。。。
現在在西式数学中唯一不明的是:線段含有無窮多點,這個「無窮」是什麼?可否進一步說明?「連續統」(continuum)
是什麼?
在象数图里,我们可以将这个“無窮多點”的线段理解为一个“小方”*九畴为一单位。或者,理解为环,等一的 π
概念下,会生成和四象,五行,八卦,六合以至十方世界的观念,以及这些观念的纲领性正统理念:洪範皇极。我们又返本归真到达原始哲学,此在,我π
是彻底的人文的:因为π 和我合而为一:我是一个自然人,会说话的动物:有理性的自存在活物。我的有限性确立了我的存在不再是假设,和我在一起的π
当然亦不再抽象,他被按照其作用被不同的定义为等一,等二,等三。。。
每个自然象数为一单位。这个由二(环,直线,π)转入三(三角,正方,2π)的理解。大大简化了无限概念,将不确定的有的概念,转化成无数个确定的“三点,四点,五点,八点,十方”的有确定点数的观念使用:这就是无为之有所为。
这个用法是没有使用假设,而是基于物理世界的真实:先天象数,特别是先天八卦的自然基数走势告诉人们,自然界的中心,绝对的零态是无法作为开始的,如果我们已经定义了自然数的序数,直观地说,人和自然数的运动次序的起点是从“环”上开始的——先天八卦,正方纬方都在整体意义上表达出这个事实。中心,即五,无,是一个落空区,(黑洞?旋涡?风眼?)一个先天具有的,后天成就的绝对零态:静止,永恆於瞬息,具有「不可列加性」,是不可能成为起点的。运动和整体的概念本质上是有方向性的回路的,才具「可列加性」,周而复始,循环往复。
在这个意义上,我喜欢高斯的数学理念,因为高斯对任何概念的表达和把握都是建立在真实的基础上,而不是以逻辑的假设规定概念的起点的。这是一个伟大数学家的标志。
Gauss, 1777~1855)說:
涉及無窮大的量,如果指的是「實在的無窮」,這種用法在數學中是不允許的。
顺便提一句,高斯对费马定理的冷淡,实际上就是对人们提出了如何把握概念的忠告和警告。
一個集合若存在有部分子集,其元素個數跟全體的一樣多,就叫做無窮集。其实之上,是有穷尽的,或趋于零,或者寓于一。在纯数论中,没有大与一的,也没有小于一的,这个绝对概念确立了任何持续的次序的对称和整体性以及其特立独行的丰富性之间必然的关系:没有偶然的现象,
兩個集合的元素個數一樣多,是什麼意思?康特利用對射
(bijective mapping or one to one correspondence)
的概念,來剖析無窮。如果兩個集合之間存在有一個對射,則稱此兩集合的元素個數一樣多,或具有相同的基數 (cardinal number),進一步,他將集合分成可列集
(countable set) 與不可列 (uncountable set):一個集合如果是有窮集或可跟自然數集形成一個對射,則稱此集是可列的,否則稱為是不可列的。
康特證明了:有理數集與代數數集
(algebraic numbers) 都是可列的,但是區間
[a.b]
及實數系都是不可列的。換言之,實數系
R
的無窮比自然數的無窮還要高級,所以超越數 (transcendental numbers)
存在。甚至他還證明:區間
[0,1]
與正方形 [0,1] x [0,1]
的點數一樣多!
你们看,这些理论大大地違背直觀常識!康特在1877年寫信給好朋友戴德金說:「除非我能從你那裡得知我的證明的對錯,否則我是放心不下的。在未得你的證實之前,我只能說:我看到了它,但是我幾乎不敢相信!(I
see it, but I don't believe it!)」
真好玩极了!玩疯啦
我是π
,自由的π 。。。
我在唱歌呢。。。
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我就是π
002
我就是π
002 关于(π )等式
宗教的神话 = 一个数学上的游戏!
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下面是德文;什么是音乐,精彩极了,出现了自然数的原始结构!
老子道德全经第14章道纪中的“大音”的人文传达。。。
Musik
ist empfundene,
verzeitlichte,
hörbare
Mathematik
In welchen
Dimensionen erlebt sich Musik?
Wissen
wir, was Musik ist?
Vielleicht die Ordnung und ordnende Überformung von Schwingungen, von
periodischen Spannungsausgleichen im Spektrum der Klänge und Metren?
Denn
zunächst sind Töne Schwingungen, bei denen immer die Vielfachen der jeweiligen
Frequenzen mitschwingen, also deren Doppeltes, Dreifaches usw. Und
interessanterweise sind eben dies die grundlegenden Intervallverhältnisse, in
denen sich unsere Leitern und Harmonien ordnen: Die Zweierpotenzen – das
Zweifache, Vierfache, Achtfache usw. der Frequenz des zugrundegelegten Tons –
klingen als Oktavierungen; in den Dreierpotenzen ist der Quintenzirkel angelegt;
die Dreierreihe – dritter, sechster, neunter usw. Teilton – wiederholt das ganze
System der Teiltonreihe in der oberen Quinte, also in der Dominante des
zugrundegelegten Tons, der schon selbst in den ersten sechs Teiltönen einen
sauberen und stabil geschichteten tonikalen Dreiklang entfaltet, dessen Grundton
dreimal – erster, zweiter, vierter Teilton – und dessen Quint zweimal – dritter
und sechster Teilton – vorkommt; die Terz dieses Durdreiklangs wird durch den
fünften Teilton beigebracht; der vierte und fünfte Oktavraum über dem
Ausgangston gibt reichliches Ableitungsmaterial für verschiedene siebenstufige
Skalen und die chromatische Leiter.
Die
Verhältnisse erscheinender Töne zueinander können selbst wiederum dem Prinzip
kleinster gemeinsamer Nenner ihrer Frequenzen folgen und dabei ihre
"Atomhüllen", ihre mitschwingenden Teiltöne, zur Deckung bringen. Harmonien
erscheinen wie molekulare Verbindungen. Welch eine Chemie tut sich da auf!
Klänge,
Schwingungsverhältnisse interferierend in kleinsten gemeinsamen Nennern, in
Harmonien akustisch transparent, so wie Kristalle makroskopisch ihre Atomgitter
repräsentieren; dann die niedrigeren Frequenzen unterhalb des tonalen Spektrums,
etwa in der Bandbreite unserer Herzschläge, Schritte und sprachlich
artikulierten Silben, die Metren verdichtet zu rhythmischer Gestalt; schließlich
die Periodik strophischer und noch weiter gespannter Gliederung; – aber ist
damit schon das Reizvolle gelungener Melodien erklärt? Oder braucht es dazu
nicht zumindest den Schritt von der anorganischen zu einer Art organischen
Chemie des fließend-offenen dynamischen Klangsspannungs-Ausgleichs?
Das
Kulturphänomen der "tönenden Form" hat an der Teiltonreihe eine Naturseite von
solch physikalisch-mathematischer Grundsätzlichkeit, daß der staunende
Analytiker die menschliche Tätigkeit leicht vergißt, die diese
Naturgesetzlichkeiten nutzt und zu einer neuen, der Sinnenwelt nicht
physikalisch vorgegebenen Welt aufschließt.
Interessanterweise geschieht dieses Aufschlüsseln schon im Sinn des Analytikers,
überhaupt bei jedem Musikhörenden, wie noch zu zeigen ist.
Man
vergleiche, wie die Stoffwechsel- und Nahrungskreisläufe und vor allem die
raffinierten Selbstentfaltungen und Reproduktionen der Organismen die
chemisch-elektrische Spannung der Atomhüllen in ihrer Molekülsprache nutzen und
den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, daß alles im Chaos zu stranden strebe,
mit klügeren Prinzipien überformen. Leben bahnt sich seine Wege durch Totes,
Sterben ist als mitwirkende, ja notwendige Ursache dem organischen Gesamtsystem
der Organismen immanent. Das fließende Ungleichgewicht nimmersatter Lebensgier
dreht sich durch die
befriedigende Auflösung
ins unbeschreiblich-All-Eine,
und dieses wiederum erfährt sich durch jenes Werden als dessen Identitätsachse
und
Erfüllung.
Ähnliches, nur auf anderer Ebene, scheint sich in "der Musik" zu vollziehen.
Zwar nicht mit der Erfahrung geologischer Zeiträume (aber man beachte den großen
Sphärenakkord der Planeten),
also noch nicht so vielschichtig überarbeitet, verselbständigt und konzentriert
wie das sich fortpflanzende Leben – oder welche
Engel,
welche Musen mögen bereits in der Organik der Harmonien-Chemie ihre singenden
Schwingen öffnen und ihre apollinische Nervenharfe stimmen? -, aber für uns
Menschen zumindest ist die musikalische Struktur der Organisation der ebenfalls
recht jungen Sprachen vergleichbar, von denen wir auch nicht wissen, wie sie
entstanden sind.
Sprachen
basieren auf Klängen hinsichtlich deren Artikulierbarkeit in Silben; diese
wiederum sind nach grammatisch-syntaktischen Regeln durchformt, in deren
Gesetzlichkeit dann gedachte Inhalte zum Ausdruck gebracht und mitgeteilt werden
können.
Sofern
Tönen eine Art der Mitteilung an Wesen ist, die Ohren haben zu hören, hat Musik
mit den Sprachen gemeinsam, die sich mitteilende Form zu sein. Nur, daß sich bei
Sprachen eine intentionale Inhaltsebene über die der grammatischen Form lagert
bzw. die Kongruenz der Syntax mit der logischen Form des Gedankens zur
allgemeinen Verständlichung innerhalb der Sprachgemeinschaft nutzt. Und das
bedeutet, daß die geformten Klänge der sprachlichen Sätze anderes meinen und
mitteilen, während sie in der Musik sich selbst darreichen, eine ihnen immanente
Ordnung ausfalten. Doch was ist dieses Innenleben der sich selbst offenbarenden
Klangwelt? Und welche lebendigen Kräfte falten die dem akustischen Material
innewohnende Form aus?
Das
innere Wesen der Schwingungen ist, so möchten wir vermuten – die Zeit.
Aber was
ist Zeit?
Eben
durch "Musik" wird Zeit offenbar als Feld, Dimension ihrer Gestaltung, ihrer
Erwartungs- und Erfüllungs-Spannungen und -Lösungen; insofern Musik per se
offenbart, was "Zeit" ist, bekommt sie einen kosmisch-umgreifenden Charakter. In
dem Sinne setzen wir zunächst eine phänomenologisch-metaphysische Erörterung der
"Zeit" der weiteren Untersuchung voraus.
Jeder wache Mensch ist – jetzt: Bewußtsein im immerwährenden
Nun. Zugleich ist Inhalt seines Bewußtseins etwas, das in Vergangenheitsrichtung
den Keimpunkt des immer gegenwärtigen Jetzt verläßt, durchaus individuell im
Schriftzug seines tätigen und erfahrenen Lebens, seiner Biographie, aber
wiederum lesbar dem nachschreibenden Verstand. Gegenwärtiges Bewußtsein richtet
sich dabei immer auf Vergangenheit, auch dann, wenn es durch die bewußten
Inhalte nur hindurchgeht, um deren logischen Zusammenhang mitformend oder
nachformend zu verstehen, wo es also durch das Vergangene hindurch sich
eigentlich auf sich selbst richtet, auf die sinnstiftende Einheit seines
Begreifens.
In
dieser Weise liegt Zeit allen Weltinhalten zugrunde, allen Erfahrungen,
Vorstellungen und Imaginationen noch bis an den feinsten Quellpunkt der
Inspiration im Jetzt heran. In ihr sind die Inhalte als Erinnerung bewahrt.
Sobald
die zeitliche Matrix alles Erfahrenen selbst in Augenschein genommen wird, zeigt
sich diese Erinnerungsqualität, diese Bewußtseinsimmanenz aller vergangenen
Ereignisse, denn wo sonst sollen sie ihre Wirklichkeit bewahren, wo nur das
Jetzt als unleugbare Wirklichkeit gegenwärtig ist? Und doch begreifen wir nur
Vergangenes als "wirklich", während das Ich sich selbst nicht als Inhalt faßt,
wie das Auge nicht sich selbst sieht.
Das
heißt, Zeit ist die Dimension der Selbsterinnerung, Selbstidentifikation aller
inhaltlichen Welt in einem jeden Bewußtsein. Zeit ist das Sichbewußtwerden aller
Dinge, aller Wesen. Das Selbstverhältnis einer jeden Bewußtseinswelt, Wandlung
ihrer Tätigkeit in Erfahrung.
Und wie
inneres Sprechen und Verstehen im Denken die Form mit sich selbst verständigen
läßt, geschieht dies auch im inneren Singen und Hören. Schon hier zeigt sich
eine Ordnung oder ordnende Intelligenz, die auf Instrumente ihrer Versinnlichung
nicht angewiesen zu sein scheint. "Empfundene Mathematik", sagt unsere Tradition
und meint damit das harmonisch transparente Schwingungsspiel in der
Bewußtseinsmatrix aller Erfahrung.
Folglich
wäre Musik Geist. Und es ist ein altes Motiv, daß die Erfinder tönender Formen
Menschenseelen dem Weg alles Vergänglichen zu entreißen vermögen, solange sie
furchtlos vorwärtsschreiten und nicht in der rückblickenden Erinnerung der
Vergangenheit verfallen. Oder warum konnte Orpheus zwar das Herz der Todesgötter
menschlich rühren, so daß sie sich überwunden gaben, seine Geliebte aber nur bis
an den Rand der Unterwelt hinaufführen?
Oder
meint dies, daß die Analyse sich verbiete, weil gerade sie es ist, die auf
Ereignisse, Phänomene, auf zu Vergangenheiten geschichtete Ausscheidungen des
Lebens zurückschaut? Oder zeigt der Mythos nicht vielmehr, wie wir uns immer im
Rahmen des toten Verstandesreiches bewegen, selbst dann, wenn wir einem Orpheus
folgen? Die Analyse kann doch die Musikschöpfung nicht ersetzen oder per se
hervorbringen.
Aber all
das ist eine Sache der Ausführung. Wer weiß – am Ende zeigt sich ein wenig mehr
vom erzeugenden Akt der tönenden und sich hörend vernehmenden Form? Oder aber,
wenn nicht, warum dann nicht? Das bliebe begründungsbedürftig. Wir sollten uns
nicht hier schon durch Vorbegriffe das Begreifen verstellen.
Wir
kehren also zu unserer Frage zurück:
Wodurch
wird es möglich, daß schon im Hören das Kristallin der harmonikal vernetzten
Tonmoleküle aufgeschlossen wird?
Nein,
schärfer gefaßt: Was macht es notwendig, schon im Hören, ja schon im inneren
Hören, das aller äußeren Musikrezeption zugrundeliegt, die Mathematik und Chemie
der Teilton-Verhältnisse im Sinne einer neuen Ordnung aufzuarbeiten?
Der
Sachverhalt, so lautet die erste Antwort, daß die Intervalle und die konsonante
Schachtelung der Teiltonreihe nur gewissermaßen eine Hälfte der harmonischen
Ordnung darbieten. Wesentliches fehlt, nämlich die ganze funktionale Seite der
Gegenspannung zum selbstgenügsamen Spiel des ewigen tonikalen Durdreiklangs mit
seiner eingelagerten Dominante: Wir müssen zugeben, daß wir die Subdominante zum
gegebenen Ausgangston nicht aus seiner natürlichen Teiltonreihe unmittelbar
ableiten können. Zum zweiten, daß wir keine unmittelbare Ableitung des
Moll-Tongeschlechts in ihr finden bzw. des tonikalen Moll-Dreiklangs, der gut
der Hälfte aller möglichen Skalen zugrundeliegt.
Denn wir
müssen deutlich unterscheiden zwischen naturaler Gegebenheit und schematischer
Ableitung. Das heißt, daß wir zwar am abstrahierten Schema Ableitungen in
mittelbarer Weise vornehmen können, daß diese aktiven Vorgehensweisen jedoch der
unmittelbaren Gegebenheit nicht unterstellt werden dürfen. Vielmehr ist eben
dies genau zu beachten: Was vollziehen wir, wenn wir mittelbare – ja eben nur
über rechtfertigte Einzelschritte vermittelte – Ableitungen der Subdominante,
des Quartenzirkels, des Molldreiklangs vornehmen? Diese drei Dinge hängen
durchaus so zusammen, wie Dominante, Quintenzirkel und Dur-Tonikalität in der
Teiltonreihe.
Das wird
sofort deutlich, wenn wir den scheinbar einfachsten Ableitungsweg benennen: Die
Spiegelung der Teiltonreihe an ihrem Ausgangston.
Denn
unbestreitbar erscheint dann die Subdominante als die Spiegelung der Dominante
am tonikalen Grundton; der Quartenzirkel als Umkehr des Quintenzirkels, einfach:
als dessen andere Kreisrichtung; der Molldreiklang – wenn auch merkwürdigerweise
subdominantisch - als die Spiegelfigur des tonikalen – nicht des dominantischen!
– Durdreiklangs.
Man
nehme etwa das Beispiel des Ausgangstones c. Die Reihe der potentiell
mitschwingenden Teiltöne ist dann:
1.
2. 3. 4. 5.
6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14.
15. 16. Teilton
c c1
g1 c2 e2 g2 -b2
c3 d3 e3 -fis3 g3 +as3
*)
-b3 h3 c4
1. –
2. - 3. - 4. Oktave aufwärts
-
Tonika-Durdreiklang - – "Lydische" Skala -
Die schematische
Spiegelung dieser Reihe ergibt:
1. 2. 3.
4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16.
c C
F1 C2 As3 F3 +D3
C3 B4 As4 +Ges4 F4
-E4 +D4 Des4 C5
1. –
2. - 3. - 4. Oktave abwärts
-
Subdom.-Molldreiklang - -"Phrygische" Skala
Nun könnten wir
uns darüber freuen, daß sich hier zusätzlich noch ein schwerlastiges phrygisches
oder gar hypolydisches Moll anbahnt (11., auch 15. Teiltonspiegelung), während
die entsprechende vierte Oktave des (natürlichen) Teiltonreihenausschnitts die
angelegte Durtonalität mit Erhöhung der Quartstufe ins Lydische "übertreibt"
(gleichfalls 11. Teilton) und jede Subdominantik peinlich vermeidet.
Aber
diese Ableitung ist nichts als eine schematische Spiegelung, kommt in der Natur
nicht vor - und bildet gleichwohl die Grundlage unseres gesamten tonalen
Systems, über die Symmetrie der Kadenz weit hinaus.
Andrerseits ist ihr argumentativer Wert zur Lösung gleich dreier
Ableitungsprobleme auf einen Schlag so bestechend, daß nichts uns dazu bewegen
könnte, wieder zur allseits beliebten Erklärung des Moll-Dreiklangs als eines in
der Terz ein wenig "getrübten" Dur-Dreiklangs zurückzukehren. Und woher näme die
Tendenz zur Trübung ihre Kraft und Ursache? Selbst diese "Erklärung" ist
begründungsblind.
Nur
ist in weit stärkerem Maße diese Begründungsblindheit auch der Mangel unserer
unmittelbaren Teiltonreihen-Spiegelung. Deren Schematismus kann nicht auf
gleicher Ebene liegen wie das Faktum der mitschwingenden Frequenz-Vielfachen,
der sogenannten Obertöne. Diese scheinbare "Untertonreihe" ist zunächst einmal
bloß hypothetisch, und träfe sie auch mehr als die genannten drei "Fliegen" auf
einen Streich.
Da
Subdominantik, Quartenzirkel und Moll-Tonalität nicht Erfindungen der
Musiktheoretiker, sondern zumindest im neuzeitlichen Abendland und allen
folgenden Nachtländern eine funktional unentbehrliche Hälfte des faktisch
genutzten harmonischen Systems sind, suchen wir also etwas, das aus der bloß
schematischen Spiegelung eine faktische macht.
Auf
jeden Fall wird diese Spiegelung wirklich vollzogen, nur eben nicht von der
Natur allein in ihren schwingenden Materien, sondern im Hörer, besonders auch im
innerlich singenden Hörer, dem Verwirklichungsorgan der Musik "im Geist und in
der Wahrheit". Es ist ein deutender Akt, ein umdeutender Vollzug seitens
desjenigen, der harmonische Verhältnisse zu verstehen sucht.
Und
das heißt: Diese großangelegte Spiegelung ist nicht so simultan gegeben und
gegenwärtig wie der stabile Durdreiklang der Teiltonreihe und dessen Auffüllung
mit der immanenten Dominante – jeder dritte Teilton – und der "lydischen" Skala
im vierten Oktavfeld. Sie wird Schritt für Schritt in einem Akt von Umdenken,
Uminterpretieren, Basiswechseln vollzogen.
Also, um mit dem ersten potentiellen Schritt dieser Art anzufangen: der
Ausgangston wird als zweiter Teilton einer tieferliegenden Reihe aufgefaßt. Das
bringt scheinbar nicht viel, in Wirklichkeit erklärt es aber die große Bedeutung
der einfachen Quinte, eben nicht Duodezime, also die praktikable Einpassung
dieser Dominantengrundlage und tonikalen Dreiklangsumrahmung in den
grundtonnahen Oktavraum, wie auch alle weiteren Oktavtranspositionen, etwa der
skalar anmutenden Sekundintervalle der Teiltonreihe, hinab in die Nachbarschaft
des Grundtons. Nun gut, wir wollen es nicht hier schon komplizieren.
Der
nächste Schritt ist in all seiner Schlichtheit bedeutsamer: Umdeutung des
Ausgangstons zum dritten Teilton bzw. harmonisch vereinfacht (oktaviert) zur
Quinte eines tiefergelegenen, also zum Basiston der Subdominante.
Wesentlich ist zunächst, daß diese nach der Quinte zum Grundton wichtigste
funktionale Stufe an den unteren Oktavenstockwerken der Teiltonreihe nicht
teilhat, durch das interpretierende Umhören der vormaligen Tonika in die
Dominante eines ideellen Basistons allerdings lokalisiert wird und in Funktion
tritt. Daß dies tatsächlich ein epochenbildender Hürdensprung ist, zeigt der
Sachverhalt, daß nur die abendländische Musik und die von ihr beeinflußten
Musikkulturen die Subdominante harmonisch nutzen. Man vergleiche besonders die
indische Musik, die bei aller melodischen Reichhaltigkeit zum einen keine
Modulationen kennt, in denen ja solche Basistonwechsel notwendig wären, zum
andern den Grundton mit der Tanbura immer durchtönen läßt, in der Regel mit dem
dominantischen Bordun – eine deutliche Teiltonreihen-Fixierung, die allerdings
von der Skalen- und Melodieführung der Ragas spannungsreich kontrapunktiert
wird. Die melodieimmanente Harmonik versucht also die Naturlastigkeit des ewigen
Borduns und des bekannten breiten, obertonüberreichen Klangbildes nach allen
Regeln der Kunst auszugleichen.
Ähnliche Tendenzen sind im Blues bestimmend, sofern er tonikal fixiert ist.
Ansonsten, in der strophischen Schematik und in den Klauseln, nutzt er
allerdings die Rameausche Kadenz weidlich aus, wobei die Subdominante in der
Regel auf der "dorischen" Blues-Skala nach Dur klingt.
Die
Funktion der Oktavierung für das "Zusammenschieben" der weiten Intervalle und
die Nutzung der Sekundschritte in der harmonischen Begründung der Skalen, nun
mit der Umdeutung des Ausgangstons zum vierten Teilton einer ideellen Basis
wieder wirksam, wurde bereits erläutert.
Für
die Dreiklangsbildung ist dann noch die Ableitung der Terz aus dem fünften
Teilton von Interesse, das heißt für unseren spiegelnden Modulationsschritt: Der
Ausgangston wird als Durdreiklangs-Terz aufgefaßt, so daß nun der Grundton der
unteren großen Mediante "beigehört" wird, die zwischen dem fünften Teilton –
unserem Ausgangston – und der entsprechenden Basis auch zur Gänze als
Dur-Dreiklang entwickelt ist. Und zwar erscheint diese wesentlich deutlicher und
in der Ableitung schlichter, als die obere große Mediante, die wir, angeregt
durch diesen Fund, nun in der naturalen Teiltonreihe aufsuchen: Dort ist sie
durch die Vielfachen des fünften Teiltones eingelagert, versinkt allerdings im
chromatischen Cluster der höheren Oktavbereiche und deren Unscheinbarkeit, ganz
anders als die ungestörte Fülle der unteren großen Mediante im Funktionswechsel
des Ausgangstones. Das eigentlichere Entsprechungsbild in der Teiltonreihe
"oben" ist die große Terz vom 5. auf den 4. Teilton, so wie das
Entsprechungsintervall für die Umdeutung der Tonika in eine Subdominante die
Quart vom 4. zurück auf den 3. Teilton darstellt. Nur eben mit dem Unterschied
zu deren simultaner Präsenz im tonikalen Durdreiklang, daß sie als eigenständige
Schritte aus dem tonikalen Gefüge isoliert werden müssen, um funktional gewendet
und sogar mit Bezug auf ihren Grundton moduliert zu werden: Wir könnten also
überhaupt, statt den Ausgangston festzuhalten, genausogut einen seiner
wesentlichen ersten Teiltöne fixieren und kämen zu dem gleichen Ergebnis.
Mit
Umdeutung des Ausgangstons zu einer Dreiklangsquinte wird wieder die
subdominantische Basis erreicht. Aber wie läßt sich damit der Molldreiklang
ableiten, der bei der schematischen Spiegelung der gesamten Teiltonreihe so
deutlich präsent war, in der schrittweisen, Schritt für Schritt gestuften
Modulation nun allerdings verloren geht?
In
der Tat ist der Weg wieder frei, der durch das Phantom eines subdominantischen
Molldreiklangs in der "Untertonreihe" verstellt war. Wir sind davon entlastet,
die Spiegelung der Teiltonreihe in der gleichen Absolutheit bzw. in
gleichgewichtiger Symmetrie zu deren harmonischem Kristallin festzuhalten.
Sobald einmal die Möglichkeit der modulierenden Umwendung der fundamentalen
Teiltonintervalle freisteht, dürfen wir uns induktiv am Gegebenen orientieren:
Welche Molldreiklänge sind uns vielleicht schon mit der Teiltonreihe selbst
ermöglicht? Es ist ja nicht notwendig, deren Basis auf den "ersten Teilton"
festzulegen; ganz im Gegenteil haben wir in diesem Verfahren ja die Basistöne
aus der funktionalen Wertigkeit erst rückwirkend "erschlossen".
Vielfache eines Tones mit den gemeinsamen Vielfachen seiner Teiltöne:
10 20
9
18 27
8
16 24
7 14
21
6 12
18 24
5 10 15
20 25
4 8 12 16
20 24
3 6 9 12 15 18
21 24 27
2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22
24 26
1
2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26
Ausgeführt am Beispiel des Ausgangstons c:
e3
e4
d3
d4
c3
c4
-b2
-b3
g2
g3 d4
e2
e3 h3 e4
c2 c3
g3 c4 e4
g1 g2 d3
g3 h3 d4
c1 c2 g2 c3 e3
g3 -b3 c4 d4 e4
c c1 g1 c2 e2 g2 -b2 c3 d3 e3 -fis3 g3 +gis3 -b3
h3 c4 cis4 d4 dis4 e4
Die
Reihen, die durch Umdeutung des Augsgangstons c zu einem ersten, zweiten usw.
Teilton der nächsttieferen fünf möglichen Teiltonreihen entstehen:
1.Teilton:
c c1
g1 c2
2.Teilton:
C c g c1 e1
g1 -b1 c2
3.Tt.:
F1 F c f a c1 -es1
f1 g1 a1 -h1 c2
4.Tt.:
C1 C G c e g -b c1 d1 e1
-fis g1 +as1 -b1 h1 c2
5.Tt.:
As2 As1 Es As c es -ges as b c1 -d1 es1 -f1 ges g1
as1
Reihen durch Umdeutung des dritten Teiltons (g1) zu einem ersten, zweiten usw.:
1.Teilton:
g1 g2
d3
2.Teilton:
g g1 d2 g2
h2 d3
3.Tt.:
c c1 g1 c2 e2 g2
-b2 c3 d3
4.Tt.:
G g d1 g1 h1 d2 -f2 g2 a2
h2 -cis d3 +es3
5.Tt.:
Es es b es1 g1 b1 -des2 es2 f2 g2 -a2 b2
-c3 des3 d3 es3
Besonders ergiebig ist die schrittweise Umdeutung des ursprünglich fünften
Teiltons (e2) zu einem ersten, zweiten usw. bis hinab zum fünften Teilton des
ursprünglichen Ausgangston (c): Deutlich erscheint – in nur schematischer
Simultaneität der realiter nichtsimultanen Reihen! – die saubere Ableitung des
oberen Tetrachords der Durtonleiter auf dem Ausgangston (c) sowie der
tonikaparallele Molldreiklang:
1.Teilton:
e2 e3 h3
2.Teilton:
e1 e2 h2
e3 gis3 h3
3.Tt.:
a a1 e2 a2 cis3
e3 -g3 a3 h3
4.Tt.:
e e1 h1 e2 gis2 h2 -d3
e3 fis3 gis3 -b3 h3
5.Tt.:
c c1 g1 c2 e2 g2 -b2 c3
d3 e3 -fis3 g3 gis3 -b3 h3
c e a c1 e1 – Molldreiklang
c1 e1 g1 a1 h1 c2 – Oberer
Tetrachord
e2
gis2 h2 - Obere große Mediante
Innerhalb der ursprünglichen Teiltonreihe findet sich tatsächlich ein
Molldreiklang im Verhältnis der zehnfachen zur zwölffachen und zur
fünfzehnfachen Frequenz des Ausgangstones; das sind die oktavierten Töne der
oberen Mediante in Moll, also die parallele Molltonart zur Dominante, wenn man
das traditonelle Funktionen-Schema zugrundelegt. Dies wäre also naturaliter die
eigentliche Parallele zum tonikalen Grundakkord der Reihe, ihr immanent wie
schon die Dominante selbst und die ins Lydische gekrümmte Dur-Skala eben des
vierten Oktavabschnitts, in dem sich auch die drei Teiltöne unseres Dreiklangs
suchen lassen. Der Mollakkord auf der unteren kleinen Mediante, den man als
Parallele zu bezeichnen pflegt, ist hingegen nicht unmittelbar abzuleiten; er
ergibt sich erst aufgrund einer modulierenden Umdeutung des Ausgangstones zum
dritten Teilton, wie gehabt, also mit der Funktionalisierung des tonikalen
Grundakkordes zur Dominante der nächsttieferen Quinte.
Aber
wir sollten uns vor Induktionen, die sich in Unscheinbarkeiten verlieren, ebenso
hüten wie vor einer begründungsblinden schematischen Deduktion der
"Untertonreihe". Natürlich ließen sich Myriaden virtueller Welten aus dem fast
schon kontinuierlichen Tonspektrum des fünften, sechsten, siebten usw.
Oktavbereiches der Teiltonreihe ableiten. Darum geht es hier nicht; vielmehr
zeigen wir mit der Notwendigkeit zur schrittweisen funktionalen Deutung jeder
einzelnen Stufe ein Prinzip auf, das der simplen naturalen Gegebenheit des
tonikalen Kristallgefüges nicht nur entgegensteht, sondern aus dessen inneren
Symmetrien neue Grundmuster hervorspiegelt.
Dabei hat die Musikentwicklung der Neuzeit an diesem selbst schon ziemlich
geistvollen "mathematischen" Naturstoff insofern großartige Arbeit geleistet,
als sie mit den hin- und herdeutenden Wechselbezügen auch die grundlegende
Vereinfachung gefunden hat, die das System der Schwingungsordnung zu neuen
Dimensionen musikalischen Lebens aufgeschlossen hat: Die Temperierung der
Intervalle, durch die erst kreisläufige Modulationen und konsequente
Skalierungen in allen harmonischen Richtungen eröffnet worden sind.
Denn
in der Tat begnügt sich das Hören mit Annäherungen des gegebenen
Erscheinungsmaterials an die logischen und mathematischen Ordnungen seines
Begreifens und seiner deutenden Erwartung, sonst wären Verzierungen, das
Verziehen von Tönen, die sprachanaloge Gestaltung des einzelnen Klangbildes,
Vibrato und Glissando in An- und Absprache sowie vor allem das verstehende
"Zurechthören" all dessen, was menschliche Stimmen hervorsingen, nicht möglich.
In
welchen Dimensionen also erlebt sich Musik?
Erscheinend in den drei Raumdimensionen, in denen sie sich kugelförmig in
Schalen von Verdichtung und Verdünnung ausbreitet, hat sie ihre innere
Differenzierung und ihren qualitativen Reichtum zunächst in der Zeit als der
eigentlichen Matrix aller periodischen Vorgänge, aller Schwingungen und deren
wiederum mehr oder weniger periodischen Ordnungen und lebendiger Ordnung der
Ordnungen.
Darin dem Licht verwandt und in manchen Hinsichten komplementär – das uns in der
Außenwelt die Oberflächen und äußerlichen Gestalten der Gegenstände mitteilt, in
der Innenwelt des Bewußtseins aber gerade die logische Ordnung ihrer Beziehungen
erhellt und erkenntnisstiftend ausleuchtet - offenbart die akustische Sphäre im
Medium der räumlich-äußerlichen Dinge eher deren substantiellen
Materialcharakter, zeigt Geschehnisse, Bewegungen und Tätigkeiten in
kennzeichnender Weise an; in der Binnenwelt unseres Bewußtseins lebt sie dagegen
als Basis von Sprache und Musik wie ein Empfindungsgewoge, bleibt inneres
Sprechen und Singen, offenbart die
Ozeane der Seele,
deren geistige Durchdringung eher das Licht des Bewußtseins leistet. Aber die
inneren Gesetzmäßigkeiten der Schwingungswelt sind der inspirierenden Quelle
näher, trennen auch nicht so zwischen gestalteten Oberflächen außen und
logischen Vergleichen innen, sondern lassen uns in immerwährender Keimung, in
unerschöpflicher Geburt der Zeit aus dem ewigen Jetzt am nimmerendenden Vorgang
der Weltschöpfung teilhaben. Innerlich-äußerlich singen wir mit. Und unsere
deutende Erwartung hat wesentlichen Anteil daran.
Erweiterung
dieser Thematik:
Hat der goldene Schnitt in der
musikalischen Harmonik eine Funktion?
Anhang
zum
(scheinbaren) großen Sekundschritt vom
13. zum 14. Teilton im obigen Beispiel
– also einer scheinbaren Vergrößerung, nachdem doch vom
12. zum 13. Teilton
schon eine kleine Sekunde angesetzt war.
Beim
Ausgangston C ist der 12. Teilton ein G (ich nehme hier keine Rücksicht auf die
vierte Oktave nach oben, es geht nur um den kleinräumigen Vergleich der
Verhältnisse zwischen diesen Tönen), der 16. ist ein C, innerhalb dieser Quart
liegen der 13., 14. und 15. Teilton. Der 15. hat viele Teiler, ist also
harmonisch gut einzuordnen als Terz der Dominante bzw. (in völlig verschiedener
Funktion, aber das ist ja gerade die Tür zur Tonartenmodulation der
abendländischen Musik) als Dominantengrundton der oberen großen Mediante (der
großen Terz, des E), und in der Leittonfunktion von H zu C ist das auch eine
recht repräsentative kleine Sekunde, in der temperierten Stimmung allerdings ist
der Schritt von H zu C etwas kleiner.
Rückwärts weiter: der 14. Teilton ist Oktavierung des 7. Teiltons (- müßte
Lieblingsteilton von Anthroposophen sein...?-), der zwischen A und B liegt,
etwas näher an B allerdings, deshalb -B (minus B); der 13. Teilton (hohe
Primzahl, deshalb nicht gerade ein "Schlüsselton" harmonischer Wechselbäumchen)
liegt etwa bei As, aber wohl etwas höher, so daß zwischen G und +As, +As und -B,
-B und H, H und C vier verschiedene Sekundschritte gereiht sind, die sich immer
weiter verkleinern und erst mit H zu C, dann weiter C zu Cis und Cis zu D eine
relativ saubere kleine Sekunde nahe der temperierten kleinen Sekunde erreichen.
Dabei ist G zu +As natürlich eine Spur größer als +As zu -B, aber doch in beiden
Fällen eher eine kleine als eine große Sekunde: das Minus und das Plus
"macht's".
Das
ist dem Phänomen der "verminderten Terz" vergleichbar, z.B. Cis zu Es, (etwa in
dem berühmten pochenden Teilmotiv zwischen erstem und zweitem
Sonatenhauptsatz-Motiv aus Beethovens Violinkonzert, erster Satz), die nur
äußerlich wie eine große Sekunde aussieht, – allerdings ist letzteres eine
notwendige Leistung der hörenden Deutung, während es bei der Teiltonreihe um
kristalline naturale Verhältnisse handelt, deren Deutung und Umdeutung (und
dazwischen auch: Temperierung) wie hier beschrieben erst die harmonischen
Verhältnisse bildet. Auf der Grundlage einer C-Dur-Skala hören wir die Quint (G)
als Dominantengrundton, die Septime (H) als Leitton, – die dazwischen liegenden
Schritte (13. und 14. Teilton) hören wir uns zurecht als As und B, den einen
leicht erhöht, den anderen deutlich hinabgedrückt (wie schon dessen tiefere
Oktave, den 7. Teilton).
Interessant, wie gerade in den verschiedenen Moll-Skalen der abendländischen
Harmonik ("natürliches, harmonisches und melodisches Moll") dieser Quartenraum
einer gewissen Beliebigkeit und Verfügbarkeit ausgeliefert scheint. Das zeigt
gerade an, wie wenig die naturalen Feinheiten höherer Primzahlen von unserer
harmonischen Orientierung an den kleinsten (und eben nur den kleinsten)
natürlichen Zahlen innerlich "verstanden" werden. Die Temperierung hat die (vom
10. bis zum 22. Teilton) gut 12 (!) geringfügig verschiedenen "kleinen Sekunden"
zu einer einzigen gleichgeschaltet, die wohl der Leittonwirkung (15. zu 16.)
oder der neapolitanischen Gleittonwirkung (17. zu 16.) am ehesten entsprechen
könnte. Das Genaue überlasse ich hier den Thermometern (oder wer sonst mißt die
Grade der Temperatur?)...
Das älteste der
Wesen
Ein Wort im Geist gelesen
Des Geistes Sinngestalt
Die Raum und Leib durchkündet
Erscheinend sich empfindet
Im Sein Bewußtsein gründet
Das LICHT wird niemals alt!
Willst du
mich mit deinem harten Glanze
Mit
der Zähne Lächeln überzeugen?
Schneeverjüngt blühst du im Wolkenreigen
Bis
der Schleier lodert fort im Tanze
Abendrot
entblößt von deinem Lachen
Muß
zu früh dein Treiben offenlegen
Willst du deine Glut am Frost erregen?
All
dein Licht erstarrt zum Blick des Drachen
Sieh! Der
Möwenmäuler sichelscharfe
Lästerlippen schäumen wütendweißen
Speichel aus und ihre Zungen reißen
Silberstürme aus der Strahlenharfe
Deine Lust
verraten ihre Lieder
Deines Schweigens gläserne Gefühle
Splittern durch die Konsonanzenmühle
Weichgemahlen flockt dein Leib hernieder
Im Wald
Das
Leichentuch des Lichtes wird zerfallen
Aus
schwarzer Fäulnis glänzt ein frischer Segen
Und
aus zerscherbten Pfützen wäscht der Regen
Ein
Lächeln von verschimmernden Kristallen
Die Schmelze
läßt den klaren Schmerz verschwimmen
Im
lauen Einerlei gelaßner Lüste
Und
durch die filigranen Strauchgerüste
Löst sich ein Seufzer leiser Vogelstimmen
Dort von der
Buche spiegeldunklen Häuten
Von
austernrauhen Eichen und Robinien
Siehst du der Mutter perlmuttweiche Linien
In
die planetenreifen Tropfen gleiten
Ihr
Brunnenlied im Grabesschoß der Erde
Erfüllt die arabesken Himmelsrisse
Aromisch mit dem Trunk der Finsternisse
In
Knospenmündern quillt es still Es-werde
Manches
Vogelgeschwätz und der Klüfte Gekalk
Regengepinsel und Pfützengespiegel
Hieroglyphische Fetzen und Siegel
Und
auch den Wind und wohin er verweht
Sanskrit und Prakrit und manches Gedicht
Manches von dem was kein Lehrer versteht
Manches begreife ich gottloser Schalk
Aber die Menschen begreife ich nicht
Hat
der
goldene
Schnitt
in
der
musikalischen
Harmonik
eine
Funktion?
Goldener Schnitt: Formeln
*
Kiefernzapfen und Sonnenblumen
*
Intervalle
*
Planeten-Trigon
Goldener Schnitt: Formeln
"Goldener Schnitt"
ist der Name eines Verhältnisses zweier Größen, das als besonders harmonisch
angesehen wird; es findet sich zum einen in Kunstwerken, besonders in der
Renaissance, da es unseren Ausgleichssinn in der Aufteilung von Flächen
besonders zu befriedigen scheint, aber es ist auch in der Natur verbreitet –
Beispiele dafür weiter unten.
Ein
Verhältnis zweier Größen also wird als "goldener Schnitt" bezeichnet,
wenn die
kleinere sich zu der größeren der beiden so verhält,
wie die
größere sich zur Summe beider verhält:
a : b = b : (a +
b)
Wenn
a
gleich 1 ist, beträgt
b
etwa 1,618;
ist
a
gleich 0,618, so ist
b
gleich 1.
0,618 : 1 entspricht ziemlich
genau
1
: 1,618
Die rechte Seite
dieser Gleichung läßt sich auch folgendermaßen formalisieren:
1:(1+1:(1+1:(1+1:(1+1:(1+...)))))
oder
(dasselbe in Form
eines endlos gestaffelten Bruchs)
|
1
.
1
+
1
.
1+
1
.
1+
1
.
1
+ 1
.
1 +
.... |
Und noch eine
weitere Darstellungsart dieses Verhältnisses ist von besonderem Interesse; es
ist geradezu die Jakobsleiter der Natur in die himmlische Harmonie dieses
Verhältnisses hinein (wie der endlose Bruch oben sich dem Wert des goldenen
Schnitts, der eine reelle Zahl in der Nähe von 1,618 ist, endlos annähert):
die
Fibonacci-Reihe.
"Fibonacci" ist
ein anderer Name des bedeutendsten Mathematikers der italienischen Renaissance,
das ist Leonardo von Pisa. Dieser entdeckte also folgende schlichte Zahlenreihe
als Schlüssel der "goldener Schnitt"-Phänomene in der Natur:
1,
1,
2, 3,
5,
8,
13,
21,
34,
55,
89, 144,
233,
377, ...
Jede Zahl ist in
dieser Reihe Summe ihrer beiden unmittelbaren Vorgängerinnen.
Da im
weiteren Fortschreiten jede Zahl der Reihe, je höher sie ist,
um so "genauer"
sich eben so zur folgenden Zahl verhält,
wie diese selbst
sich zur Summe beider, also der nächsten Nachfolgerin, verhält,
nähert sich dieses
Verhältnis mit immer höheren Zahlen der Reihe immer dichter dem goldenen Schnitt
an,
und zwar für
unsere Anschauung, unser Differenzierungsvermögen im Hören und Sehen schon sehr
früh,
etwa bei den
dreistelligen, ja schon bei den zweistelligen Zahlen der Reihe:
8 : 13
ist schon
"genauer", näher an der reellen Zahl des goldenen Schnitts als beispielsweise
5 : 8.
1:1
ist noch Gleichheit,
1:2
Halbierung,
2:3
macht schon einen guten Schritt auf den goldenen Schnitt zu
- der eine
reelle Zahl etwa bei
1:1,618
ist, etwa bei
0,618.0344
-
also kommt
3:5
(= 0,6) dem schon deutlich näher;
5:8
(= 0,625) ist schon für Menschenaugen schwer unterscheidbar,
8:13
(etwa = 0,615) ist noch besser,
13:21
(knapp über 0,619) für Menschen ein recht sauberer goldener Schnitt,
21:34
(knapp unter 0,618) oder
34:55
(knapp über 0,618) oder
55:89
(sehr knapp unter 0,618)
- ich
möchte den sehen, der das mit dem bloßen Auge unterscheiden kann! -
89:144
(etwa = 0,618.0555) ist fast perfekt
- obwohl es
Perfektion hier nicht einmal bei den denkbar größten Zahlen dieser unendlichen
Reihe geben kann. Das überlassen wir der Sorgfalt der Götter in den irdischen
Kompositen und dem Gesang der Engel in den himmlischen Kompositionen.
Überhaupt ist die
144
eine
zauberhafte Zahl: nicht nur die zwölfte Fibonacci-Zahl, sondern zugleich auch
die zwölfte Quadratzahl. Schnittstelle der beiden Reihen.
Wer eine
Flächenanordnung nach dem goldenen Schnitt sehen möchte, vergleiche einfach die
Abschnitte in der Seitenaufteilung der
pagina domestica
des Autors. Die Tabellen dort sind in Verhältnissen von 62% : 38% der
Seitenbreite (obere Tabelle), oder von 38% : 26% : 38% der Seitenbreite
(bei der unteren Tabelle) gefügt.
Wer die Spiralen
am Boden eines Kiefernzapfens, in den Stachelstreifen eines Kaktus oder im
Blütenteller einer Komposite (eines Korbblütlers wie z.B. eines Gänseblümchens,
einer Margerite oder einer Sonnenblume) nachzählt, wird entdecken, daß jede
Sorte von Spiralen (von denen es mindestens zwei auffällig gegenläufige
Richtungssorten und bei weiterer Suche noch ein drittes, steiler einfallendes
Spiralen-Strahlenrad gibt) – wer also jede der verschieden gerichteten
Spiralen-Speichen-Sonnen vollständig durchzählt, findet eine der oben gegebenen
Zahlen: bei Kiefernzapfen 5 : 8 : 13; bei Sonnenblumen höhere Anzahlen
von Spiralen gleicher Sorte, wie 21 : 34 : 55.
Grob beschrieben
entfalten sich bei den Samen- und Blütenpflanzen die Blätter von der
linienhaften Senkrechten, die aus der Erde herausstrahlt, in den Luft- und
Lichtraum hinein, in die flächenhafte Horizontale, um dort so viel Licht wie
möglich einfangen zu können. Zunächst stockwerkartig, und zugleich in die Lücken
gedreht, – allerdings (um das zwischenzuschieben) nicht ganz so in der Rhythmik
natürlicher Zahlen, daß jedes dritte oder fünfte oder sechste, siebte Blatt sich
schon genau mit dem ersten in der Rosette deckt, sondern so, daß bei den
spiraligen Anordnungen in der Rosette der goldene Schnitt der Fibonacci-Reihe
"hinein"-kommt in die Raumrhythmik und beim Erkennen des Betrachters wieder
rechnerisch "heraus"-kommt.
Wer fragt
sich nicht: wessen Intelligenz da in der Architektonik der Pflanzen die Spiralen
gemäß der Fibonacci-Reihe ausgezählt und angeordnet hat? Hätte eine Botschaft
aus dem All die Struktur der Quadratzahlen-Reihe, die SETI-Forscher würden
ausflippen (wie in "Contact"); und wie interpretieren wir die "Botschaft aus dem
Gänseblümchen" – ? "Weißt du wieviel Sternlein stehen...?" Warnung an die
Biologen, damit die ihre kostbare Zeit sparen: Über solche Kinderliederfragen
komme ich nicht hinaus, weder bisher noch im folgenden.
Diese
Regelmäßigkeit findet sich nicht bei kristallin-symmetrischen Anordnungen der
Blüten- und Fruchtblätter – da herrscht ein anderes Ordnungsprinzip vor, nämlich
das der klaren Achsen-Symmetrie, möglichst über eine Vielzahl regelmäßig
sternfömig einander kreuzender Symmetrie-Achsen -, sondern nur bei denen, die
die Blätter oder (bei Bäumen) die Äste in einer Spirale um den Stengel "laufen"
lassen; also bei einer Brennessel oder einem Kastanienbaum nicht, auch nicht bei
den Achterquirls der Nadelbäume. Wohl aber bei gefüllten Blüten etwa der
Rosaceen, besonders schön natürlich bei Rosen; aber auch bei den
Blumenkohl-Spiralen, die gerne als Beispiel für natürliche Fraktale dienen:
Goldener Schnitt ist der Idealfall der Selbst-Abbildung in den Natur-Fraktalen.
Und so zusammengedrängt, daß die Spiralen alle miteinander leicht abzählbar
werden, finden sie sich eben in den Kompositen und überhaupt bei vielen Blüten-
und Fruchtständen (Ananas, Kiefernzapfen).
Ich würde
gerne von einem Evolutionsbiologen hören, welche Rolle zwischen Zufall und
überlebensstrategischer Selektion diese Verteilung der Blüten im Gänseblümchen
haben soll. Es hat etwas vom "letzten Rest des physiko-theologischen
Gottesbeweises", es zeigt etwas von Weisheit in der Natur, die weder in Zufall
gründet noch in einem schnödem Wettbewerbsvorteil gegenüber den Organismen, die
solch eine Anordnung ihrer Spiralen nicht haben. Schlicht gefragt: Warum ist die
Spiralenzahl nicht gelegentlich 87 statt 89 oder 12 statt 13? Die Anzahlen der
Spiralen in den Kompositen ist kein Mittelwert einer Zufallsstreuung, sondern
eine exakt auszählbare Ordnung, und zugleich eine in ihrer Weisheit ästhetische,
wundervolle, zauberhafte Selbstorganisation des Lebendigen.
Wenn
Spiralen in den Blätter-Anordnungen und Blütenständen vorkommen, führen sie
diese immer, ausnahmslos, in Fibonacci-Zahlen, und zwar in beiden
Spiral-Richtungen: mit und gegen den Uhrzeigersinn bzw. hinein oder hinaus. Eine
sich selbst genügende Harmonie.
Und nun zur Musik:
ein richtiger goldener Schnitt muß doch drei Töne ins Verhältnis
bringen, da
sich doch der eine Ton zum anderen verhalten soll wie der andere
zur
Frequenzsumme beider, also z.B.
3 : 5 : 8
– das ist ein prächtiger Dreiklang,
nur schön
harmonisch auseinandergezogen; bei den höheren Zahlen ergibt sich
allerdings
logischerweise ein schwebend-ausgewogenes Verhältnis der drei, eben
der goldene
Schnitt, und der Grenzwert ist ein "übermäßiger Dreiklang", also
kein in
sich ruhender Klangkristall, wie die natürliche Obertonreihe, sondern so ein
zwar harmonisches, aber sehr dynamisch gespreiztes, gestrecktes
Gefüge,
|